Want create site? With Free visual composer you can do it easy.

Von 14. September bis zum 31. Dezember 2007

Mit dieser dritten Ausstellung setzt Matasci Arte die vielschichtige Rückschau auf das Werk Franco Franceses  (1920-1996) fort, welche mittels einem vierteiligen Ausstellungszyklus sein komplexes Schaffen einem breiteren Publikum bekanntmachen soll. Den Auftakt bildeten 2002 die Jugendzeichnungen sowie die Bildgruppen, welche der Lebensfreude, den Kleinbauern und Elide gewidmet waren, gefolgt 2004 von der Zusammenstellung der wichtigsten Gemälde und malerischen Zyklen der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre: von Frau, auf der Strasse weinend (1959), Vogel, der gegen das Fenster schlägt (1961) über die Liebesnacht-Serie, Verliebte Köpfe, Erica und der Teufel, Das Tier im Nacken bis zu Elegie für Kronstadt und Karussellrunde.
Nun richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf vier Leitmotive aus seinen intensivsten Jahren: Das Bestiarium, die Melancholie Albrecht Dürers, Gestirnte Nacht, und Nächtliche Sonne. Diese Themen nimmt Francese nach ihrem Auftauchen über lange Zeit hinweg immer wieder auf, mit teilweise bedeutsamen Hinzufügungen oder Auslassungen, die von seiner tiefgehenden, mitunter quälenden künstlerischen Selbstbefragung zeugen, davon, wie bildnerisches Schaffen zum Medium intensiven Forschens nach dem Sinn des Daseins wird.
Das Bestiarium nimmt zwei Themenbereiche auf: In Verzweifelt, sich zu erhebenscheint die hybride Natur des Menschen auf, der halb Mensch, halb Tier ohnmächtiger Zeuge seiner eigenen Unfähigkeit wird, sich je zu erheben, während in Er schaut von der Schwelle das monströse Wesen, das sich an den Rändern des Menschlichen zeigt, den Betrachter fixiert und in das Bildgeschehen hineinzieht, sich als der dunkle Teil unseres eigenen Selbst zeigt, welcher jenseits unserer Bewusstseinsschwelle agiert.
In der Melancholie Albrecht Dürers setzt sich Francese mit einem der Schlüsselwerke des grossen deutschen Meisters auseinander. Die Einsamkeit, ja Trauer des Wissenden scheint hier auf, aber auch der unauslöschbare Drang, immer weiter und tiefer zu denken, der Welt, dem Menschen und seinem Schicksal nachzuspüren (das Werk ist in der Tat voller Symbole der Wissenschaften und Künste, der rationalen Messbarkeit von Zeit und Raum), wobei sich Welterforschung und Selbstanalyse untrennbar miteinander verflechten.
In Gestirnte Nacht wird die Leinwand einem Spiel von Spiegeln gleich, in welchem Bruchstücke aus dem Innenleben und Reflektionen über den Sinn und die Brüchigkeit des Lebens einander durchdringen. Das Interieur mit Figur verbindet sich mit einem Element des Stillebens (dem Pferdeschädel) und reiht sich so in die (Kunst-)Geschichte der Vanitasmotive ein.
Wo Nächtliche Sonne sich als versöhnlicher sublimer Moment des frei schweifenden Geistes zeigt, bietet sich Unterbrochener Schlaf wie dessen Kehrseite dar, wie die aufpeitschende Furcht, die einem plötzlich die Kehle abdrückt, oder die schmerzliche Rückkehr in das Alltagsleben mit seinen untilgbaren Mängeln und der Unentrinnbarkeit seiner biologischen Gesetze.

Auszug aus den Katalogtexten von Claudio Guarda

Katalog: cm 20 x 26, 116 Seiten zu den Farben, Fr. 25.—

Did you find apk for android? You can find new Free Android Games and apps.