Vom 22. März bis zum 31. Juli 2013

Gemäss einer langen ikonographischen Tradition bildeten Tischdecken – in einer Spannweite von äusserster Pracht bis zur stillen Bescheidenheit – den Unter- und Hintergrund einer Vielzahl von Stilleben, auch solcher mit klarem moralischen Gehalt.
Giuliano Collina, Künstler aus Como, hat sich wiederholt mit diesem Genre auseinandergestzt, Tische und Tischdecken gemalt, die eine Spannweite von Stimmungen vom „Letzten Abendmahl“ bis zum nachmittäglichen Arbeitstisch in einem einfachen Haushalt hervorrufen.
Auch die gewöhnlichste aller Tischdecken fasziniert Collina in ihrer Schönheit und malerischen Fülle, und nicht nur dies: Sie wird zum blühenden Feld, zur hügelig wallenden Landschaft, lädt sich auf mit Bewegung und Spannungen, Konzentration und Auflichtungen, erstrahlt im Licht ihrer Farben oder verdichtet sich in schattigen Verdunkelungen, erwirbt sogar eine eigene Persönlichkeit, eine greifbare Körperlichkeit. So sehr auch der Maler sich auf die objektive Darstellung der Dinge zu beschränken scheint, ziehen uns diese Tischdecken in ihrem schimmernden Zauber doch in eine andere, tiefere Dimension hinein.

Biographische Notizen

Giuliano Collina wird 1938 in Intra (verbania) geboren und lebt seit 1944 in Como.
Er besuchte das Liceo Artistico in Brera (Milano); 1962 erwirbt er das Diplom der dortigen Kunstakademie.
Die Galleria delle Ore in Milano zeigt im Mai 1962 eine erste Ausstellung seiner Werke. Seitdem hat er an zahlreichen Wettbewerben und Ausstellungen in öffentlichen und privaten Galerien teilgenommen, einige öffentliche Kunstwerke geschaffen und zahlreiche Einzelausstellungen bestritten, deren jüngste im Museum Michetti in Francavilla al Mare (Werkschau mit 50 Gemälden von 1984 bis 2011).
2010 erschien eine Monographie zu Collina im Verlag Nomos unter Leitung von Rachele Ferrario und einer Einführung von Enrico Crispolti.