Want create site? With Free visual composer you can do it easy.

Vom 30. September bis zum 31. Dezember 2011

Die Galerie Matasci präsentiert dem Publikum eine von der gleichnamigen Kunststiftung jüngst erworbene kompakte Werkgruppe Edmondo Dobrzanskis in einer dem Künstler gewidmeten Ausstellung.
Es handelt sich um ein dutzend Ölgemälde mittleren bis grossen Formates sowie einige Pastelle und Zeichnungen, welche noch nie zuvor in einer Galerie gezeigt wurden. Diese Werke datieren in die fünfziger und sechziger Jahre, welche für den Künstler einen ziemlich wichtigen Zeitabschnitt darstellen in Bezug auf die die Entwicklung und Präzisierung seiner typischen Bildsprache und Themen.
Insgesamt zeigt sich hier also ein einheitlicher Werkkomplex, hochrepräsentativ für jene Jahrzehnte, die durch intensive malerische Qualität gekennzeichnet sind.
Um die tiefgründige Motivation von Dobrzanskis Kunst zu verstehen, muss man einerseits seine komplizierten familiären Umstände der Entwurzelung und des Exils berücksichtigen, andererseits den Kontext der europäischen Geschichte betrachten, die ihn  bis zu seinem dreissigsten Lebensjahr prägte: Vom ersten Weltkrieg (Jahr seiner Geburt), dem Herauskristallisieren der Diktaturen bis zu den Schrecken des zweiten Weltkrieges.
Er las seinen persönlichen Lebenslauf zeichenhaft im Sinne eines exemplarischen Schicksals, welches sich in seiner Kleinheit verschränkt mit jenen weitaus dramatischeren globalen Umständen eines Europa in Flammen und Eisen, seiner Freiheit beraubt, zerissen vom Übel des Rassismus.
Das alte Europa, Wiege glorreicher Zivilisationen, Mutter des Humanismus und der rationalistischen weltlichen Aufklärung, schien seine Geschichte, sein Licht (Europa wo das Licht) zu vergessen, um sich in einen Zustand der Gewalt und antiker Barbarei zu stürzen, deren Konsequenzen weit in die Zukunft reichen würden.
Von dort rühren die bleiernen und schwärzlichen Farbtöne seiner Bilder, die hier und da von düsterem Flackern expressionistischer Herkunft erleuchtet werden; von dort die in unüblicher Dichte schrundig aufgeworfene Materie, schwer wie Asphalt; von dort das Abbröckeln der Formen, auch der schönsten Blumen, welche in ihrem schweren Herabsinken die Vorahnung des kommenden epochalen Zusammenbruchs zu verkörpern scheinen.
Es ist in jenen Jahren, da in Dobrzanski drängend das Bewusstsein zu einem Kunstschaffen als Reflexion über den Menschen und seine Zeit heranreift, über die Taten und Untaten der Geschichte, über die Tragödien von einst, die sich täglich von neuem abspielen.

Und es ist dieses Grundgefühl, das in seine Malerei einfliesst, auch wenn er nur einen Kaffeekrug malt, einen alten Clown oder einen Strauss Schnittblumen.

Claudio Guarda
Übersetzung: Silke Balemi

Did you find apk for android? You can find new Free Android Games and apps.